// weniger ist mehr- oder die reform von der reform

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Weniger ist mehr – oder die Reform von der Reform

 

Die Gebietsreform im Freistaat Bayern wurde in den Jahren 1971 bis 1980 durchgeführt und hatte das Ziel, leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen. Das sollte durch größere Verwaltungseinheiten erreicht werden, die nach Ansicht der Bayerischen Staatsregierung effizienter arbeiten würden.

Die Zahl der Gemeinden wurde von 7004 auf 2050 reduziert. Damit sollte insbesondere verhindert werden, dass Kleingemeinden unter 2000 Einwohner (etwa 80 %) ihre Dienstleistungen reduzieren müssten.

Die Gemeinden sollten in Verwaltungsgemeinschaften zu Größen von 5.000 und 10.000 Einwohnern zusammengelegt werden.

Diese Maßnahme hat auch Unterpleichfeld getroffen. So wurde die Gemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Bergtheim zugewiesen.

Obwohl wirtschaftlich und verwaltungstechnisch sinnvoll, stieß die Gebietsreform auf wenig Gegenliebe. Das Hauptargument der Reformgegner war, dass die Stärkung der Gemeinden auf Kosten des Verlusts der Selbständigkeit und der Bürgernähe erkauft wurde.

Gegen diese Ängste konnten auch die Argumente der höheren Effektivität und der geringeren Kosten nicht ankommen.

Als aus München die Meldung bekannt wurde, wonach Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern, auf Antrag, wieder in die Selbständigkeit entlassen werden konnten, gab es für Unterpleichfeld kein Halten mehr. Die Gemeinde machte umgehend von dieser Möglichkeit Gebrauch. Da half es auch nichts, dass die Verwaltung innerhalb der VG bestens funktionierte und die VG-Umlage zur Kostendeckung der Verwaltungsausgaben, eine der niedrigsten im ganzen Landkreis war.

Unterpleichfeld war allerdings nicht das einzige „rebellische“ Dorf im Landkreis Würzburg; auch Kürnach, Leinach und Waldbrunn strebten ihre Selbständigkeit an.

So trennten sich zum 01.01.1980, nach etwas über einem Jahr, die Wege der VG Bergtheim und der Gemeinde Unterpleichfeld. Auch das Personal der Verwaltungsgemeinschaft wurde getrennt. So verblieb Herr Gerhard bei der VG, während Frau Winkler und Herr Wunderling zurück nach Unterpleichfeld kamen. Zusätzlich wurden noch zwei weitere Kräfte eingestellt.

Die Dorfchronik stellt hierzu fest: „Die Gemeinde verfügt über eine stattliche Verwaltung, die allerdings auch eine stattliche Summe kostet.“

 

Seit Beginn der Gebietsreform sind zirka 300 Gemeinden aus einer Verwaltungsgemeinschaft ausgeschieden und verwalten sich wieder alleine.

Unterpleichfeld wollte aber nicht alle Brücken zur VG abbrechen. So besteht die Mitgliedschaft im Abwasserzweckverband und im Schulverband bis heute fort.

 

Obwohl die Entscheidung Unterpleichfelds in der VG Bergtheim auf keine Gegenliebe stieß, ist es doch gelungen zu allen Mitgliedsgemeinden ein gutes Verhältnis zu bewahren und weiter zu entwickeln und, wo immer möglich, ein gemeinsames Vorgehen bei überörtlichen Angelegenheiten um zu setzen.

1. Bürgermeister, Alois Fischer

 


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