// gehweg: tummelplatz für alle?

Immer mehr mobile Möglichkeiten, immer neue Fragen: Wir erklären, wo Tretroller, Skateboard, Hoverboard und Co. erlaubt sind und wer damit fahren darf.

Bunte Vielfalt überall: Auf Geh-, aber auch auf Radwegen sind schon lange nicht mehr ausschließlich Fußgänger und Radler unterwegs. Kleinstfahrzeuge aller Art tummeln sich dort: Kids rollern, Jugendliche skateboarden, Sportliche schnallen sich Inlineskates an, und Touristen rattern mit dem Segway durch die Stadt. Aber nicht jeder darf überall fahren. Wir erklären, was wo erlaubt ist.

Fußgänger:

Fußgänger müssen auf dem Gehweg gehen. Wenn er fehlt, haben sie innerorts freie Wahl zwischen rechtem oder linkem Fahrbahnrand, außerhalb von Ortschaften gilt in der Regel links.

Fahrräder:

Für erwachsene Radfahrer ist der Gehweg eigentlich tabu. Es gibt aber Ausnahmen, z.B. beim Zusatzzeichen „Radfahrer frei“. Ein Miteinander von Fußgängern und Radfahrern ordnet auch das runde, blau-weiße Verkehrszeichen 240 (gemeinsamer Geh- und Radweg) an. Außerdem dürfen Aufsichtspersonen Kinder unter acht Jahren auf dem Gehweg begleiten. Kinder in dieser Altersgruppe können zwischen Fuß- und Radweg wählen, wenn letzterer baulich von der Fahrbahn getrennt ist. Für ältere Kinder gelten die Regeln für Erwachsene. Ausnahme: Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie auch noch auf dem Gehweg fahren.

Pedelecs und E-Bikes:

Hier wird unterschieden zwischen Pedelecs, die Muskelkraft (per Treten) und maschinellen Antrieb kombinieren, und E-Bikes. Bei diesen wird ohne Treten, zum Beispiel per Drehgriff am Lenker, Gas gegeben. Beide Fahrzeugarten haben nichts auf dem Fußweg verloren. Pedelecs bis 25 km/h gelten als Fahrräder und müssen, wenn es entsprechend vorgeschrieben ist, den Radweg nutzen. Schnelle Pedelecs sowie E-Bikes bis 45 km/h sind ausschließlich auf der Fahrbahn erlaubt. E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 25 km/h dürfen innerorts nur dann auf den Radweg, wenn dieser durch Zusatzzeichen für sie freigegeben ist.

Tretroller:

Vor allem bei Kindern beliebt: Tretroller. Deren Fahrer gelten rechtlich als Fußgänger, das heißt, egal ob jung oder alt, sie müssen auf den Gehweg. Der ADAC rät Eltern, den Nachwuchs mit Helm auszustatten und auf gefährliche Stellen wie Kreuzungen und Ausfahrten hinzuweisen. Vorsicht bei elektrischen Tretrollern: Die meisten Modelle sind aktuell nicht für den Straßenverkehr zugelassen!

Inlineskates:

Inlineskater gelten rechtlich als Fußgänger. Das heißt, sie müssen den Gehweg benutzen und dort ihre Geschwindigkeit anpassen. Gibt es keinen, müssen sie innerorts am rechten oder linken Fahrbahnrand, außerorts am linken fahren. Durch das Zusatzzeichen „Inlineskater frei“ kann die Nutzung des Radwegs erlaubt werden. Bei organisierten Veranstaltungen, z.B. Blade-Nights, dürfen Inlineskater Radwege und Straßen benutzen, wenn es die Polizei ausdrücklich erlaubt.

Skateboard/Waveboard:

Die beliebten Bretter mit Rollen gelten als „besondere Fortbewegungsmittel“ (§24 StVO) und sind auf dem Gehweg und in verkehrsberuhigten Bereichen erlaubt.

Hoverboard:

Hoverboards sind Elektrobretter auf zwei Rädern, die durch Gewichtsverlagerung gesteuert werden. Wenn sie schneller als 6 km/h fahren können, brauchen sie eine Zulassung für den Straßenverkehr. Diese gibt es aber derzeit nicht. Wer trotzdem fährt, bekommt eine Geldbuße und einen Punkt wegen fehlender Betriebserlaubnis. Rechtlich ungeklärt sind außerdem Fragen zum Versicherungsschutz und welche Fahrerlaubnis überhaupt benötigt wird. Hoverboards sind deshalb nur auf abgeschlossenem Privatgelände zulässig.

Segway:

Segway-Fahrer müssen Radwege nutzen, wenn keine vorhanden sind, die Fahrbahn. Für Segway-Touren können Kommunen Auflagen erfüllen, z.B. hinsichtlich Bremsen, Beleuchtung und Kennzeichen. Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Voraussetzung für die Fahrer: Mindestalter 15 Jahre und eine Mofaprüfbescheinigung.

 

Quelle: ADAC motorwelt

 

 


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