//wallfahrtsbildstock von 1800 restauriert

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Wallfahrtsbildstock von 1800 restauriert

Burggrumbach. Nach dem Festgottesdienst am Kirchweihsonntag hat Pfarrer Helmut Rügamer den kirchlichen Segen über den restaurierten Wallfahrtsbildstock „Vierzehn Heilige“ erteilt. Auf Initiative des Kulturgeschichtlichen Arbeitskreises, in Absprache mit der Gemeinde und dem Denkmalpflegeamt, Landratsamt Würzburg, wurde der stark vermooste und verwitterte Bildstock von dem Stein- und Kunstbildhauer Josef Hofmann, Versbach restauriert und erhielt in 200 Meter Luftlinie entfernt neben dem Parkplatz des VfR Burggrumbach, seinen neuen Standort.
Die Errichtung von Bildstöcken stand immer in einem Zusammenhang zu Zeit und Raum. Vier Bürger des Dorfes (damals noch „Ortsnachbarn“ genannt) stifteten im Jahre 1800 den Wallfahrtsbildstock und ließen ihn an einer Wegkreuzung in der Flurlage Versbrucker Höh errichten. Zu dieser Zeit herrschte im Dorf große wirtschaftliche Not. Nur vier Jahre zuvor hatten französische Truppen auf ihrem Rückzug Burggrumbach, wie auch vor allem Unterpleichfeld und andere umliegende Dörfer, in Brand gesteckt. Man vertraute auf die Vierzehn Heiligen Nothelfer und den Beistand der Mutter Gottes in dieser Zeit. So sind unsere Bildstöcke auch Zeugen der Religiosität unserer Vorfahren.
Die Bildstöcke wurden von den Handwerks- und Steinmetzbetrieben der Umgegend geschaffen. Ihre Form und Gestaltung geben nicht nur Auskunft über den Geschmack und die Finanzkraft des Auftraggebers, sondern auch über das handwerkliche Geschick und Können der ausführenden Werkstatt. Die ausgeprägte Formenvielfalt der religiösen Kleindenkmäler ist wohl zurückzuführen auf die Entfaltung des Steinmetzhandwerks im 18. und 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der umfangreichen Bautätigkeit in der Bischofsstadt.
Der Wallfahrtsbildstock hat den klassischen Aufbau von Sockel – Schaft – Oberteil. Ein Formenelement der Zeit ist die „gebauchte“ Rundsäule. Das Kapitell (Abschluss einer Säule) mit Schriftmedaillon (Bitet für / uns ihr 14 / Heiligen) trägt ein rundbogiges Kämpfergesims, dessen Pilasteraußenseiten mit Eicheln verziert sind. Interessant ist auch die eigenartige Darstellung und Anordnung der Vierzehn Nothelfer. Die Rückseite zeigt die Mutter Gottes mit ihrem Sohn auf dem Arm nach Art des Gnadenbildes von Santa Maria Maggiore. Gefertigt wurde der Bildstock aus grünem fränkischem Sandstein. In der Formengestaltung dieses Kleindenkmals lässt sich aber keine Stilrichtung ableiten. Der Bildstock ist weder barock noch im Stile der Romantik geschaffen!

„Bildstöcke sind heimatgeschichtliche, religiöse und handwerkliche Zeugen unserer Landschaft. Ohne sie wäre unsere fränkische Landschaft ein Stück ärmer“, bemerkte 2. Bürgermeister Klaus Stuntz. Er würdigte die Bemühungen des Arbeitskreises, das Erbe unserer Ahnen zu bewahren und damit die kulturelle Vielfalt unserer Dörfer zu erhalten.
Günter Dusel bedankte sich bei Herrn Stuntz für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung der Gemeinde, wie auch bei Pfarrer Rügamer und den beiden Ministranten für die Segnung des Bildstockes. Allen, die trotz Kälte und Dauerregens der Segnung beigewohnt haben, ein herzliches Vergelt`s Gott.
Pfarrer Helmut Rügamer segnet den restaurierten Wallfahrtsbildstock an
seinem neuen Standort:                                                     Fotos: Josef Kuhn

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Das rundbogige Kämpfergesims mit den
Darstellungen der Vierzehn Heiligen:

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Rückseite des Bildstockes: Maria mit dem Jesuskind
nach Art des Gnadenbildes von Santa Maria Maggiore:

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